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Mittwoch, 12. Oktober 2022

Dammbrechend (Triolett)

 Hohelied 2:10-11 LUT „Stehe auf meine Freundin, meine Schöne, und komm her. Denn Siege, der Winter ist vergangen, der Regen ist weg und dahin.“

Breche den Damm auf
Der Stau lechzt nach Freiheit
Träume erwachen, strecken sich aus
Breche das Schweigen auf
Wort sehnt sich nach Widerhall
Und die Liebe schweigt manchmal noch laut
Breche das Glashaus der Ängste auf
Die Liebe wacht auf und streckt sich nach Freiheit

Das Triolett besteht aus acht Versen mit je acht oder neun Silben, wobei der erste  Vers identisch oder leicht abgeändert als vierte und siebente Zeile wiederkehrt, der zweite Vers wiederholt sich dann in der achten Schlusszeile. Das Reimschema ist also: [ABaAabAB]

 Triolett, leicht verändert, was die Anzahl der Silben pro Vers angeht. 

Mittwoch, 22. Juni 2022

Plätschernde Tiefe

 I
Das Reh am plätschernden Quelle
Die Tiefe in seinen Augen verborgen
    findet darin das "ICH BIN DER ICH BIN" (*)

II
Zärtlichkeit ist gestaut
Doch Liebe sprengt Dämme
Das Herz, ein dankbarer Speicher
Die Liebe erwacht,
Und Träume strecken sich aus.

III
Das Morgenröte streichelt Deine Rehaugen
Und Du schaust mich an: eine Ewigkeit!

IV
Die Augenlieder flattern
    wie tanzende Bläulinge

Und meine Küsse schenkt Ihnen die Stille.

V
In der Tiefer Deiner Augen
    ist kein Damm, keine Sperre

Deine Zärtlichkeit durchtränkt meine Demut.

VI
Die Liebe hat uns gefunden
Und wir haben einander erkannt.

VII
Tiefe verborgen in Deinen Augapfel
Unsere Verlobung aufbewahrt
in den Vorhöfen des VATERS.

VIII
"Die Tiefe ruft der Tiefe zu beim Tosen DEINER/Deiner Wasserfälle
All DEINE /Deine Wogen und Wellen gehen über mich hin" (**)


Biblische Referenzen:
(*) 2 Mose 3,13
(**) Psalm 42,8

Mittwoch, 12. Januar 2022

Liebesgeschichte

Nachlass


Du hast mich gefunden,
Bevor ich gesucht wurde
Die Liebe bahnte uns einen Weg
Und die Wüsten hinter uns
Schauten uns nostalgisch nach.

II
Schmerz, destilliert im Verborgenem
Schicht über Schicht, kaum Licht kam durch.
Misstrauen, denn Verletzungen eiterten noch
Und wir waren uns unsicher und jedoch wortlos so gewiss.

III

Du warst nicht wie ich mir vorstellte,
Jedoch was ich entdeckte, zersprang jeden Traum:
Deine Weiblichkeit, so rein und voll-mündig
Berauschend schön, stillend und heilig.

IV

Barmherzigkeit zähmte Deine Ängste
Und Du sahst mich: nackt 
Ein Mann nach Gottesherz,
Verletzt... auch er hatte Ängste: 
Du sprachst sie mit Namen an
Und sie sind weg, entlarvt und geschämt.

V

Verheißungen waren vollbracht
Zu danken war uns zu wenig
Zu jauchzen jedoch mehr.

VI

Unsere Herzen waren gleich EINS
Als wir an unseren Kinder dachten:
Zu groß derer Abstand zu deren Schöpfer
Jedoch ein Gebet nah, 
Denn wir geben sie nicht auf!
Auch wir wurden jahrelang von Eltern im Gebet getragen
Wir tun es mit unseren Sprösslingen auch
Und GOTT tut den Rest.

VII

Wir kamen uns näher
Und was wir entdeckten war entzückend:
Träumen wurden wahr
Liebe und Anziehung, unwiderstehlich 
Honig im Bauch, Milch auf die Zunge
Wir verweilen im Land der Verheißung. 

VIII

Ein neuer Anfang wagten wir immer
Obwohl die Sünde oft so heimtückisch war
Was ER angefangen hat, vollbringt ER auch,
Und wir wollen uns darauf einlassen,
Denn es geht um unsere Kinder und Kindeskinder:
Sie zieht ER zu SEINEM Herzen
Und unsere Gebete sind unser Nachlass.

Quelle: pixabay

IX

"Denn wir haben hier keine bleibende Stadt,
Sondern die zukünftige suchen wir" (*)
"Wir wissen aber, so unser irdisch Haus
dieser Hütte zerbrochen wird,
dass wir einen Bau haben, im GOTT erbaut,
ein Haus nicht mit Händen gemacht,
das ewig ist, im Himmel." (**)



Biblische Referenzen:
(*) Hebräer 13:14
(**) 2. Korinther 5:1


Dienstag, 21. Dezember 2021

Betende Hände der Mutter


Widmung: Sybille Vetter, geboren Hassler

 
Tag für Tag sprichst Du zu mir
So wie der Baum der Frucht
Und Du bittest die Sonne der Gerechtigkeit
Mehr über mich zu verweilen.

Deine Mühsal und manchmal Deine Einsamkeit
Hast Du mit Erinnerungen geflickt:
Du hast die Augenblicke gezählt
Bis Du mich wieder gesehen hast.

Deine Gebete für mich
Durchtränkt in mütterlicher Liebe
In Tränen die ich oft nicht sah,
Haben mich auch aus der Schlinge gezogen
Du warst auch bei mir im Not: (*)
Und nun stehe ich in Ehre
Denn MEIN VERLOBTE trägt mich 
Von einer Herrlichkeit zu der nächsten.

Deine mütterliche Geduld 
War mehr als die Geduld eines Steines
Deine schweigsame Vergebung 
Hast Du in Deinen liebenden Blicke versteckt. 

Deine Gebete haben mein Unglaube einbalsamiert:
Und in der Taufe kehrte mein verlorenes Leben zurück.

Mein Glaube streckt sich nun gen Himmel aus,
Da wo Du mich im Wolken der Zeugen anfeuerst.

Deine Gebete werden durch meine fortgesetzt:
Ich glaube an der SONNE DER GERECHTIGKEIT
DER, DER mich von Anfang an geliebt hat,
Wie Du auch, als ich in Deinem Bauch eingepflanzt wurde.

Ich trage Dich in mir,
Wie grenzenlose Gewässer:
Plätschernde Wellen streicheln meine Knöchel.

Die Sehnsucht nach Deiner mütterlichen Liebe weint
Und SEINE Liebe und SEINE Sehnsucht
Heiligen mich unaufhörlich
Und ER gibt Zeugnis über mich.

Du jauchzt still, Deine Frucht ist reif,
Und Sprösslinge ahmen Dir nach:
Deine betende Händen haben es vollbracht.

 


(*) Psalm 91:15
"Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; / ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen."

Mittwoch, 28. Juli 2021

Ich glaube NICHT an DICH

Wiedergeboren aus kontinuierlichem Unglaube,
Wundere mich, dass DIR so viele folgen
Von DIR Licht empfangen
Was ihr Warten lindert.

Ich möchte nicht eine Antwort haben
Zu einer Frage, die ich nicht stellte.

Ich glaube an das Licht
Was kein Glaube erwartet
Das sich für mich nicht aufopfert
Sondern beschenkt ohne Erwartungen
Und was nicht weiß, was Sünde ist.
Was für ein wunderbares Märchen DU bist
Und wie naiv bin ich
Nicht zu glauben
Dass ich an DICH nicht glaube.


P.S.:

Dieses Gedicht wurde im Sommer 2003 in Portugal am Ufer des atlantischen Ozeans geschrieben. Rückblickend war dies der erste Bruch in meinem Atheismus!

Montag, 26. Juli 2021

Beschenkt

Deine Hände halten mich
Dein Kopf auf meinem Schulter
Und ER hält SEINE Flügel über uns.

Im Schatten SEINER Federn
Ist Zuflucht und Geborgenheit
In Deinen Armen ist Überfluss.

Durch Deine Liebe beschenkt
Keimen Träume wieder auf:
Ich fand endlich die Liebe.

Du ließt Dich von meiner Sehnsucht finden
In Deinen Augen findet sich der Himmel wieder
Das LICHT begegnet die Liebe:
Mein Herz findet Echo in Deinem Aderschlag.

Wir sind noch in SEINEM Glashaus
Und ER düngt und schneidet uns ab.
Lebendiges Wasser im Überfluss
Und Geschenke warten vor unseren Füßen.

Durch Deine Liebe beschenkt
Wird das Feuer des Glaubens angefacht
Wir halten einander und bekennen:
Wir gehören zum KÖNIGREICH
Gerade für Zeiten wir diesen (*)

Biblische Referenz: Esther 4:14

Samstag, 10. Juli 2021

Lebensweg


 Auf dem Lebensweg bist Du mir Halt,
Und Himmel und Erde kommen zusammen.

Du: ein Terebinth des Glaubens, dem Himmel empor
Wurzel tief in die Muttererde.

Licht aus Deinen blauen Augen
Durchdringt und läutert mich.

Wir wandern gemeinsam auf dem Lebensweg
Und ER geht vor uns - in SEINEN Fußtapfen zu laufen
Macht jeden Widerstand weich.


Wir machen Rast: "Unser Lager ist grün
Die Balken unseres Hauses sind Zedern,
Unsere Dachsparren sind Wacholder." (*)

Deine Umarmung , Dein Kopf auf meinen Schulter
Und Zeit bleibt still:
Ewigkeit drängt in uns hinein.

Auf dem Lebensweg machen wir Halt
Und werden wieder in IHM eingepfropft:
Lebenssaft fließt durch uns
Und Überfluss macht aus uns
Lebensspendende Brunnen.


Biblische Referenz:

Hohelied 1; 16b-17